15. Kulinarisch-Historische Mühlenwanderung von SLOW FOOD Rheingau am Sonntag, 08. November 2020

ACHTUNG: SCHON AUSGEBUCHT!

Zum 15. Mal bietet SLOW FOOD Rheingau die Kulinarisch-Historische Mühlenwanderung entlang des Elsterbachs an. Zweimal im Jahr – immer Frühjahr & Herbst – können Gäste an der genüsslichen Tour teilnehmen. Die diesjährige Herbsttour findet am Sonntag, den 08. November, statt und bietet den Teilnehmern nicht nur Einblicke in das Leben der Mühlenbesitzer, sondern stellt auch ganz nebenbei regionale Erzeuger und deren Produkte vor. So „erwandert“ sich der Besucher Philosophie und Ziele von SLOW FOOD… in Kombination mit praktischen Verkostungen, die auch gleich vor Ort mit der Leiterin des Conviviums Wiesbaden/Rheingau, Marion Thomas-Nüssler, vertieft werden können.

Das Motto der Herbsttour lautet „Feuer & Rauch – Geschmacksturbos“ und ist wie immer der geschmackliche Räucher-Faden des Programms! Zum Aufwärmen serviert Birgit Hüttner in der Ankermühle am Steinbackofen frisch gebackenes Brot mit einem Dip vom köstlichen Räucheraal aus der Wisper, passend kredenzt mit einem klassischen Rheingauer Rieslingsekt brut. Noch mit dezentem Räuchergeschmack auf der Zunge kann es dann losgehen und die Gruppe passiert die alte Klause auf dem Weg zur zweiten Mühle, der Schamari-Mühle in Johannisberg. Im hinter dem Haus versteckten Garten begrüßt uns der Besitzer Dr. Peter Reck mit zwei Weinen der Mühle an der großen Feuerschale. Als kulinarische Begleitung darf jeder eine Wildschweinbratwust aus der eigenen Jagd über dem Feuer drehen. Nun auch schon äußerlich etwas geräuchert, führt der Weg wieder bergauf in die Weinberge am ehemaligen Kloster Johannisberg weit ins Tal Richtung Ostermühle. Karl Daniel lädt zur Verkostung seiner Weine ein und erklärt, neben der Historie zur Mühle, wie der Rauchgeschmack in die Barriques hineinkommt – und somit auch in den Wein. In Ergänzung gibt´s gegrillten Butternusskürbis mit Kräuter-Dip. Ein weiteres Mal führt der Weg wieder aus dem Tal nach oben, wo der weite Blick zum Rochusberg in Rheinhessen und zum Kloster St. Hildegard die Mühen belohnt. Wieder hinab geht es zur Weihermühle, wo Herr Behrends, der Pächter des Gutsausschanks, uns mit 2 Weinen von Slow Wine Winzern empfängt. Neben Historie zur Mühle und einer kleinen Stärkung stellt er uns noch ein kleines SLOW WINE Projekt vor. Nächste Station ist nach 3 km Wanderung die Elstermühle, heute ein Obstbaubetrieb. Was Olaf Fischer alles aus seinem Obst destilliert ist wirklich erschmeckenswert. Zum geschmeidigen Mousse von der geräucherten Wisperlachsforelle gibt´s verbal Handfestes von Olaf – und Schnaps natürlich. Als letzte Station besuchen wir das Weingut Johannishof, welches zweierlei Riesling kredenzt. Beide kommen in Begleitung von geräuchertem Käse vom Rheingauer Käseaffineur, harmonisch ergänzt von Quitten-Latwerge. Danach klingt die ca. 8 km lange Tour bei der Ankermühle an der wärmenden Feuerschale aus, die mit Wingertsknorzen angefeuert wird. Und wer dann nochmal über die Tour nachsinnen will… gerne bei einem Gläschen Riesling gepaart mit Räuchergeschmack. Wo der wohl herkommt?

Start der Veranstaltung am 08.11.2020 ist um 12.00 Uhr bei der Ankermühle in Winkel. Hier endet die Wanderung gegen 17.30 Uhr.

Die Teilnahmegebühr für die Wanderung beträgt 46 € inklusive Getränke und Kostproben. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich unter rheingau@slowfood.de ACHTUNG: SCHON AUSGEBUCHT

Auf Grund der aktuellen Situation finden fast alle Programmpunkte im Freien statt.

Bei einigen Stationen werden Innen- und Außenplätze angeboten, so dass die Teilnehmer selbst darüber entscheiden können, ob sie in die Räumlichkeiten gehen möchten.

Die Plätze im Innenraum werden unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln bereitgestellt. An allen Stationen stellen wir Hand-Desinfektionsmittel bereit

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Zeitplan

12.00 Uhr Start Ankermühle:
12.15 Uhr weiter zur Schamarimühle
12.45 Uhr Ankunft Schamarimühle
13.15 Uhr über Kloster Johannisberg zur Ostermühle
13.45 Uhr Ankunft Ostermühle
14.15 Uhr weiter zur Weihermühle:
14.30 Uhr Ankunft Weihermühle
15.00 Uhr weiter zur Elstermühle
15.30 Uhr Ankunft Elstermühle
16.00 Uhr weiter zum Weingut Johannishof
16.15 Uhr Ankunft Weingut Johannishof
16.45 Uhr Weiter zur Ankermühle 17.15 Uhr Ankunft Ankermühle: Lagerfeuer 

Bildnachweis: Julia Image
Stock-Fotografie-ID:1253271153

Reise nach Oltrepo Pavese 2020 verschoben auf 2021

Die diesjährige Reise zu unseren italienischen Freunden nach Oltrepo Pavese im Oktober wurde in Absprache mit unseren Freunden auf den 23.Okt. – 27.Okt. 2021 verschoben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Reiseteilnehmern für ihr Verständnis und freuen uns auf das kommende  Jahr. Alle Teilnehmer haben signalisiert im nächsten Jahr dabei zu sein.

Wir wünschen  eine gesunde und genussvolle Zeit.

Eure Marion Thomas-Nüssler und Ulrich Steger

Roncarati: neuer Stand auf dem Wochenmarkt

Liebe SlowFoodies,

wer von uns schlendert nicht gerne über den Wiesbadener Wochenmarkt?!

Frische Produkte direkt vom Erzeuger lohnen den Besuch, mal ganz abgesehen von der schönen Atmosphäre – selbst in diesen Zeiten.

Heute möchten wir auf einen kleinen Stand aufmerksam machen, den ihr vielleicht noch nicht so im Blick hattet und der eine genauere „Inspektion“ wert ist.

Der Standbetreiber, Mauro Roncarati, unser neues Mitglied im Convivium, wohnt in Eltville, stammt aber aus Alba in der Langhe, Piemont, was quasi in direkter Nachbarschaft des Städtchens Bra liegt, in der die Slow Food Bewegung ihren Ursprung hat. So ist ihm natürlich auch die Osteria Boccondivino bestens geläufig, das erste Slow Food Restaurant. Da muss man also nicht viel erklären….

Nach 30 Jahren in der Modebrache hat er sich nun seinen Traum von der Selbständigkeit erfüllt und präsentiert auf seinem kleinen Stand (unterhalb der Treppe zum Lumen) sorgfältig ausgewählte italienische Lebensmittel. Sein Sortiment umfasst u.a. Salami, Pasta, Sugos, Pestos, Trüffel, etc. Also alles, was man für ein gemütliches italienisches Essen benötigt. NEU daran ist, dass er über uns auch mit unseren geliebten Produzenten aus Oltrepo Pavese Kontakt aufgenommen und jetzt bereits Bio-Spezialitäten der Firma Malbosca im Sortiment hat. Dies soll aber noch ausgeweitet werden.

Wir möchten euch also ans Herz legen, dort vorbei zu schauen, denn so viel Leidenschaft muss man unterstützen. Gerne lässt er sich auch in eine Schwatz über seine Produkte verwickeln… wobei wir wieder bei der herrlichen Marktatmosphäre wären.

Viva la cucina italiana

Eure Marion Thomas-Nüssler

Vinothek Weingut Laquai

Liebe SlowFoodies,

heute möchten wir gerne auf die Aktivitäten eines in unserem Slow Food Genussführer aufgeführten Betriebes aus dem Rheingau aufmerksam machen.

Das Weingut Laquai aus Lorch hat jüngst in der Mauergasse in Wiesbaden, nach einer aufwändigen Restaurierung, eine Vinothek mit kleinem Speisenangebot eröffnet. Dies ist zu begrüßen, da damit der zunehmenden Profanisierung und dem austauschbaren städtischen Einerlei an Angeboten entgegengewirkt wird. Zudem fällt die Eröffnung in eine Zeit, in der unternehmerischer Mut unbedingt unterstützt werden muss.

Gerne möchten wir alle ermuntern, diese kleine Vinothek mit zusätzlich einigen Plätzen im Außenbereich, zu besuchen. Es werden auch kleine Speisen geboten, z.B. Handkäse Tatar mit Laquai Riesling, Äpfel und Zwiebeln oder Ziegenkäse, Rote Beete Apfel, Relish und Spätburgunder Feige, jeweils auf NOglla Chia Brot (von der Wiesbadener Manufaktur NOglla – alle Produkte ohne Gluten und Laktose).

Schaut doch mal vorbei und vergnügt Euch bei einem Gläschen Laquai Riesling – alternativ beim Original, der Weinwirtschaft Laquai in Lorch 😉

Genussvolle Grüße

Eure Marion Thomas-Nüssler

Slow Food Deutschland trauert um seine Vorsitzende Dr. Ursula Hudson

13.07.2020 – Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland und Vorstandsmitglied von Slow Food International, ist am vergangenen Freitag nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Als Vorstandsvorsitzende seit 2012 trug sie maßgeblich dazu bei, Slow Food eine relevante Stimme und politische Ausrichtung zu verleihen und eine gerechtere, bessere und somit zukunftsfähige Ernährungswelt voranzutreiben. Bis zuletzt war sie für den Verein aktiv und hat seine Geschicke gelenkt.

Als promovierte Kulturwissenschaftlerin setzte sich Ursula Hudson seit jeher mit dem Thema Essen, dessen Geschichte und Kultur auseinander. Sie tat dies u.a. während verschiedener Lehrtätigkeiten an Universitäten in Deutschland und England, als Autorin sowie als Vorstandsmitglied von Slow Food Deutschland seit 2010. In ihrer Rolle als Vorsitzende verlieh die 62-jährige gemeinsam mit ihren Vorstandskolleg*innen der Slow-Food-Bewegung eine wachsende Stärke, eine klare politische Haltung sowie eine zunehmende Ausrichtung auf ganzheitliche Lebensmittelqualität und Ernährungsbildung.

Zu ihrem Tun motivierten sie ihr Wunsch und Bestreben, „die (Ernährungs-)Welt ein klein wenig besser zu machen“. Und das hat sie. Ihr scharfer Intellekt, ihr kritischer Geist waren dabei stets gepaart mit emotionaler Wärme, Witz, Charme und wertschätzender Akzeptanz ihres Gegenübers. Angetrieben hat sie die eigene Erfahrung, dass gute, saubere und faire Lebensmittel nicht nur umfassend Freude bereiten, sondern die wahren Beziehungsstifter sind; sie setzen uns in Kontakt – mit uns selbst, mit anderen, der Umwelt, dem Klima, den Tieren und Pflanzen, der (Kultur-)Landschaft, dem Ökonomischen. Slow Food als Bewegung war für sie eine beziehungsstiftende und -bejahende Lebenshaltung, die nachhaltig verändert.

Mit ihren Denkanstößen prägte Hudson nicht nur die Ausrichtung der Slow-Food-Bewegung in Deutschland, sondern auch die weltweite Organisation. Sie machte sie zu einem gefragten Bündnispartner und vergaß dabei nie diejenigen, die ihr besonders wichtig waren: All die Menschen, die gute, saubere und faire Lebensmittel erzeugen, weiterverarbeiten, uns zur Verfügung stellen. Hudsons Credo: Nur gemeinsam können wir etwas bewegen und verändern. Als gefragte Referentin und Diskussionsteilnehmerin wurde sie zum Gesicht von Slow Food.

Slow Food Deutschland und Slow Food International trauern um ihre Vorsitzende und Kollegin, Vorgesetzte und Freundin. Ursula Hudson entwickelte engagiert Ideen für die Zukunft unserer Ernährungswelt und damit für die Zukunft unseres Miteinanders sowie für die Slow-Food-Bewegung. Diese ohne sie weiterzuentwickeln und umzusetzen stimmt traurig. Ursula Hudson wird Slow Food als Mensch und Visionärin fehlen. Der Vorstand und die Geschäftsstelle sind tief betroffen und in Gedanken bei der Familie und engsten Freund*innen.

Kondolenzbuch für Ursula Hudson

Persönliche Reisenotizen – Südtirol

Tag 4 Andra tutto bene…

Ja, eigentlich sollte es ein Wandertag werden, aber das Wetter spielte abermals nicht mit.

Was macht man/frau in Südtirol, wenn schon alle Programmpunkte erledigt sind? Es wird was Leckeres besorgt und in der eigenen Stube gekocht.

Am liebsten esse ich die hausgemachte Pasta von der Manufaktur 1477 RH in Lana (welcome@1477rh.shop).

Ich kaufe sie gerne in dem sommerlich hell erleuchteten Laden ein. Neben den selbstgemachten Produkten wie Sirupe oder Schokoladenaufstriche stehen dort auch einige Tische, an denen man Limonade oder einen Kaffee trinken kann. Der Raum  erinnert eher an einen Eissalon, als an eine Manufaktur. Das Herzstück ist die Werkstatt, abgetrennt durch eine Glasscheibe, die zur Zubereitung von frischer Pasta, Knödeln und wunderbaren kleinen, süßen „Schweinereien“ dient.

Einige handgemachte Produkte aus der Manufaktur können dann auch gleich um die Ecke im Restaurant Reichhalter gemütlich auf der Terrasse oder in dem ehrwürdigen Gebäude verspeist werden (www.1477reichhalter.com)  

Nun liegt die Pasta im Einkaufskorb – jetzt fehlt nur noch der Käse dazu.

Auf dem Weg zum Käseladen führt mich mein Weg, wie sollte es auch anders sein, an der Vinothek „Bacchus“ vorbei, die natürlich immer, egal wie das Wetter ist, auf ein Gläschen Wein einlädt. Michaela macht schmackhafte kleine „Snacks“ zum Wein. Sie hat auch immer einige offene Weine parat, wie z.B einen Falanghina aus Kampanien, die probiert sein wollen.

Im Käseladen, der von der Käserei Castelfondo geführt wird, kaufe ich den „El Castelfossa“. Der Käse wird in Leinentüchern eingewickelt und in einer mit Stroh ausgestatteten Kalksteingrube gelagert. Nach 3 Monaten wird die Kalksteingrube geöffnet und der Käse zum Trocken herausgeholt. Er schmeckt sehr kräftig, fast schon ein wenig bitzelig auf der Zunge und passt hervorragend zum Wein.

So, jetzt hoffe ich, dass ich Euch den Mund so richtig wässrig gemacht und dieses wunderbare Stückchen Land näher gebracht habe.

Macht Euch auf die Reise, genießt die herrliche Landschaft und die wunderbaren Produkte dieses Landes. Keine Angst vor Corona, sofern alle landesspezifischen Corona Schutzmaßnahmen beherzigt sind.

Bis denne und bis zur nächsten Reise nach Südtirol.

Eure Marion

Persönliche Reisenotizen – Südtirol

Tag 3 – Tutto bene!

Hallo liebe SlowFoodies, liebe Freunde,

ab heute gilt im Freien keine Maskenpflicht mehr, sofern 1 m Abstand zur nächsten Person eingehalten wird. Was für eine Freude! In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Maskenpflicht jedoch noch.

Also, wie gesagt, Tag 3 ein reiner Vinothekentag.
Zunächst ein Besuch in der Kellerei Tramin (www.cantinatramin.it)

Alleine das Gebäude ist eine architektonische Schönheit. Passt sich super der Weingegend an. Innen hat man das Gefühl in einer Weintraube zu sein. Das allein schon muss man sich ansehen. Kaufen sollte man den Moritz, ein Weißburgunder, zudem ein Lieblingswein von mir, aber auch der Nussbaumer Gewürztraminer ist ein Kracher. Wenn man dort ist sollte man sich auf jeden Fall mit einem Glas nach draußen begeben und in der Sonne an einem Fass das herrliche Getränk genießen.

Zweite Station bei strömenden Regen, die Kellerei Terlan (www.cantina-terlano.com). Hier gehe ich nicht weg ohne einen Selektion Terlaner Cuvee gekauft zu haben. 2018 erhielt Terlan die SlowFood Schnecke.

Dritte Station ist die Kellerei Nals (www.kellerei.it). Hier fühle ich mich fast wie zuhause, da ich schon so lange hier hingehe. Früher konnte man dort gemütlich sitzen und den Wein genieße, es kamen die Winzer der Gegend vorbei um, wie man hier sagt, zu ratschten, was aber nach dem Umbau leider nicht mehr möglich ist. Dafür ist die Architektur hervorragend gelungen und wie so viele Kellereien in Südtirol, ein bauliches Juwel. Hier steht unteranderem meist Alex immer professionell und außerordentlich geübt den Gästen und Kunden Rede und Antwort. Ich kaufe oft den Weißburgunder Berg, aber auch den Vernatsch Rieser.

Danach geht es mit voll beladendem Auto ins Feriendomizil zurück und es folgt leider das lästige entladen all der wunderbaren Kisten.

Tag 4 wird ein Wandertag, denn wer hätte dies noch gedacht, das Wetter hier soll besser werden. Also bis denne und liebe Grüße eure Marion 

Persönliche Reisenotizen – Südtirol

Tag 2 – Tutto bene!

Liebe SlowFoodies ,liebe Freunde,

ich hatte es ja schon angekündigt, hier der kleine Bericht von unserm Besuch in Meran. Bevor wir jedoch unsere Slow Food Freunde Karin und Giuliano besuchten, unternahmen wir einen Abstecher in den Supermarkt, mit der weltbesten Aussicht auf die Meraner Hausberge. Was uns dort magisch hinzog, war ein SlowFood Presidi, der Morlacco del Grappa (www.fondazioneslowfood.com). Dieser hat allerdings nichts mit Grappa zu tun. Der Kuhmilchkäse stammt vielmehr aus der Gegend Bassano del Grappa, wo der Grappa herkommt.

Ursprünglich stammte die Milch von Burline-Kühen, der einzigen autochthonen Rinderrasse in der Region Venetien, welche heute vom Aussterben bedroht ist. Klein, mit einem schwarz-weißen Fell, rustikal und für die kargen Weiden von Grappa geeignet. Der Käse ist cremig, schwach gesalzen und eher mild.

Die zweite lohnenswerte „Beute“ war ein Südtiroler Graukäse, der unserem hessischen Handkäse sehr ähnlich ist. Auch hier wird er mit Zwiebeln und Öl gegessen, die Konsistenz ist jedoch etwas krümeliger und in der Mitte ist der Käse weißlich.

Bei Karin und Giuliano haben wir uns gemeinsam über einen wunderbaren Gewürztraminer vom Weingut Falkensteiner Jahrgang 16 (www.falkenstein.bz) hergemacht.

Tag 3 morgen wird aufgrund des Wetters wohl ein reiner Vinothekentag werden, denn hier regnet es in Strömen. Wir müssen unbedingt unseren heimischen Weinkeller auffüllen.

Also bis denne und liebe Grüße eure Marion 

Persönliche Reisenotizen – Südtirol

Tag 1 – Tutto bene!

Liebe SlowFoodies und liebe Freunde,

endlich konnte ich wieder in mein geliebtes Südtirol reisen, und weil´s so schön war, möchte ich euch teilhaben lassen.

Am 5. Juni überquerten wir problemlos die deutsche Grenze Richtung Österreich und später auch den Brenner.

Das Wiedersehen mit unseren Freunden war groß und herzlich, aber auch ein wenig bedrückend. Die 3-monatige Ausgangssperre hinterließ Spuren. Die Südtiroler leben immer noch sehr zurückgezogen. Es gilt natürlich auch hier die Maskenpflicht und Abstandsregelung. Auch haben noch nicht alle Hotels und Restaurants wieder eröffnet. Doch trotz alledem lässt sich hier wunderbar Urlaub machen. Also macht Euch ganz beruhigt nach Südtirol auf. Die Menschen warten hier auf Euch und freuen sich über Gäste.

Mein 1. Tag galt dem Weingut Pojer & Sandri in Faedo, denn hier hatten wir Wein vorbestellt und diesen wollten wir abholen.

Pojer & Sandri  (www.pojeresandri.com) in der Nähe von Mezzacorona ist ein renommiertes und weit über die Grenzen bekanntes Weingut. Ganz besonders freue ich mich auf den Cremisi vino rosato biologico frizzante. Er schmeckt nach Erdbeere, Himbeere, Brombeere und Granatapfel. Schüttelt man den „Col Fondo“, also den Trub auf, entfaltet der Frizzante eine leichte Bitternote. Herrlich zu genießen in lauen Sommernächten im Garten.

Außerdem benötige ich auch unbedingt den Aceto di Vino Rosso, der ganz super  zu meinen Relish Rezepten passt. Hier kommt eine kleine Kostprobe davon:

Gurkenrelish

  • 4 Salatgurken
  • 3 Zwiebeln
  • 1 cm Ingwer
  • 150 ml Weißweinessig
  • 150 g Zucker
  • 3 EL Senfkörner
  • 0,5 TL gemahlener Kurkuma
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer
  • 1 Bund Dill

Die Gurken schälen, entkernen und sehr klein würfeln. Die Zwiebeln und den Ingwer schälen, beides fein würfeln.

Gurke, Zwiebeln und Ingwer in einen Kochtopf geben. Essig, Zucker, Senfkörner und Kurkuma untermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Bei mittlerer Hitze 10-12 Minuten einköcheln lassen.

Inzwischen den Dill waschen und trocken schütteln, die Spitzen abzupfen und fein hacken.

Man benötigt nun noch Einmachgläser. Die Gurkenmischung vom Herd nehmen und den Dill unterrühren. In sterile Gläser randvoll abfüllen. Gläser auf den Kopf stellen, damit ein Vakuum entsteht.

Entlang der Weinstraße in Richtung Bozen machten wir gegen Mittag Halt im Weingut und Gasthof Plattenhof (www.plattenhof.it), oberhalb von Tramin in Söll. Bei hausgemachter Lasagne – habe selten so viele Lasagneschichten in einer Lasagne gesehen – welche mit einer wohlschmeckenden Fleischsauce kombiniert war. Im urigen Gasthof bei einem hervorragendem Gläschen Gewürztraminer des Weingutes Dissertori haben wir die tolle Aussicht und Ruhe genossen. Das neue Wein- und Designhotel der Familie Dessertori, das sich ganz dem Thema Wein als Vinum Hotel gewidmet hat, sind die Etagen des neuen Hotels farblich nach dem Aufbau einer Rebe gestaltet. Das Restaurant im neuen Hotel serviert Kulinarik auf Haubenniveau allabendlich in Form eines Fünf-Gänge-Verwöhn-Menüs, alles in bester handwerklicher Machart.

Der Gasthof besteht schon sehr lange, das Hotel und das neue Restaurant im Hotel erst seit 2018.

Auf Tag 2 freue ich mich schon, denn dann besuchen wir SlowFood Mitglieder des Conviviums Meran. Wir sind gespannt was wir dort serviert bekommen und was wir die Woche noch alles hier entdecken dürfen.

Ihr dürft gespannt sein ich melde mich und bis denne eure

Marion.

Deutsch-Italienische Freundschaft in Zeiten von Corona

Das Slow Food CV Rheingau spendet einen Teil seines Jahresbudgets an Slow Food Oltrepò Pavese

Schon seit einigen Jahren verbindet Slow Food Rheingau mit dem Slow Food CV Oltrepò Pavese eine enge Freundschaft. Gegenseitige Besuche, gemeinsame Aktivitäten, Verkostungsveranstaltungen mit den außergewöhnlichen Produkten und als neuesten Coup, steht das CV in Verhandlungen mit einem Wiesbadener Marktbeschicker, der diese Produkte dauerhaft ins Sortiment aufnehmen möchte… was für Slow Foodies und regelmäßige Marktgänger eine wahre Wonne wäre J

Die in Deutschland weitgehend unbekannten Region, welche südlich des Po und nordöstlich von Voghera der Provinz Pavia in der Lombardei liegt ist natürlich genauso von der Coronakrise gebeutelt worden wie alle anderen Regionen Italiens.

Was läge da näher, als sich mit der geliebten Region, deren Menschen und Produzenten solidarisch zu zeigen. So hat das Slow Food CV Rheingau kurzerhand einen Teil seines Jahresbudgets dem freundschaftlich verbundenen CV gespendet. Zudem zeigten sich auch einige Slow Food Rheingau Mitglieder solidarisch und legten noch was drauf… Vor Ort wurde es eingesetzt, wo es am nötigsten war – für den Erwerb von Instrumenten auf der Intensivstation des Krankenhauses in Voghera. Auch wenn das Budget grundsätzlich „überschaubar“ und damit die Spende sicher nur ein Tropfen auf den „heißen Stein“ ist … so ist es doch Balsam für die deutsch-italienische Freundschaft