Weinverkostung Bibo-Runge

SLOW FOOD Veranstaltungs-Tipp:

Verkostung der gesamte Kollektion des SLOW WINE Weingutes BIBO RUNGE, darunter auch Highlights wie den nach zwei Jahren Reifelager im August gefüllten REVOLUZZER Riesling 2018 aus der Hallgartener Jungfer und REVOLUZZER Pinot Noir 2018 aus dem Frühernberg.

Angeboten werden zudem Köstlichkeiten vom SLOW FOOD Mitglied Feinkost Roncarati von ausgewählten italienischen Manufakturen – uns wohlbekannt vom Wiesbadener Wochenmarkt.

Präsentation handgemachter Produkte und Geschenkideen des SLOW FOOD Mitglieds Ankermühle – vielleicht schon inspirierend für das ein oder andere Weihnachtsgeschenk?

Samstag 14. und Sonntag 15.11.2020 jeweils von 14:00 bis 20:00 Uhr. In der Kelterhalle und dem Hof des Weinguts BIBO RUNGE auf der Eberbacher Str. 5 65375 Oestrich-Winkel (Hallgarten). Anmeldung und weitere Details über bibo-runge-wein.de oder über Email info@bibo-runge-wein.de

Gerichte aus dem Schneckenhaus

Hervorgehoben

in diesen Zeiten nimmt die Kochlust nicht nur unserer Mitglieder deutlich zu. Das ist toll, weil Kochen oft etwas geselliges und tief befriedigendes ist. Zudem kommt man den Produkten näher und die Wertschätzung dafür steigt.

Schade nur, dass nicht alle daran teilhaben können… das möchten wir hier nun ändern. Bitte lasst uns teilhaben und erzählt uns eure Kochgeschichten und Rezepte!

Liebe kochfreudige Grüße Eure Marion Thomas-Nüssler 

Hühnersuppe für die Enkelkinder, aber nicht nur…

Gerichte aus dem Schneckenhaus

Da die Nudelmaschine, die ich über Signore Roncarati bestellt habe, leider Lieferzeit hat und ich daher noch nicht mit selbstgemachten Nudelgerichten aufwarten kann, beginne ich einmal mit etwas ganz Einfachen – was aber das Herz von Kindern bis Senioren erobert: eine Hühnersuppe.

Wir haben die pädagogische Aufgabe bei unserer faktischen Enkeltochter (jetzt 9) aus der Nachbarschaft übernommen, ihre Gourmet-Kompetenz zu entwickeln, natürlich i.S. der Slow Food-Kriterien: Bio, vorzugsweise von der Domäne, saisonal und möglichst alles selbst gemacht. So kriege ich immer ein präzises Feedback von ihr, wenn ich etwa einmal in der Woche für die Familie koche (etwa: „die Tomatensoße gab kein gutes Mundgefühl, sie war etwas wässrig“). Das spornt an, meine Kochkompetenz weiter zu entwickeln.  Aber wenn es diese Hühnersuppe gibt, lädt sie ihre Freundinnen zum Essen ein – das größte denkbare Kompliment !!

Zutaten (für 8 Personen – man kann die Suppe hervorragend aufwärmen oder einfrieren)

  • 2 – 2,4 kg Suppenhuhn (das sind meist ausrangierte Legehennen oder jetzt auch aus „Brüder-Aufzucht“), die auch nicht so fett sind wie die Masthühner, trotzdem die Fettdrüse („Bürzel“) abschneiden,
  • Suppengrün (Lauch, Sellerie, Möhre und Petersilienwurzel oder ein Bund Petersilie mit allen Stängeln), insgesamt ca, 400 – 500 gr.
  • Ingwer (nach dem Putzen etwa daumengroßes Stück)
  • Große Zwiebel mit Schale
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 Esslöffel Kräuter-Salz, Pfeffer nach Geschmack
  • Für die Einlage in die fertige Brühe kann jedes Saisongemüse genommen werden, aber Erbsen sollte dabei sein
  • 250 gr. Reis oder 500 gr. Suppennudeln
  • Bund frische Petersilie oder Schnittlauch

Zubereitung

  • Huhn gründlich waschen und in einen großen Topf (ca. 8 -10 l) mit kaltem Wasser geben (ganz wichtig !!), ggfs., halbieren oder vierteln, das Huhn muss ganz bedeckt sein; dann langsam zum Sieden bringen (nur ca. 50 – 60% der maximalen Wärmezufuhr)
  • Das Suppengemüse und Ingwer putzen und kleinwürfeln, die Zwiebel mit Schale halbieren (die Schale gibt der Suppe eine goldgelbe Farbe) und in das Wasser geben, wenn es kocht.
  • Mindestens 2, besser 2,5 Stunden ohne Deckel auf kleiner Flamme köcheln lassen (also gut lüften J) und aufsteigenden Schaum abschöpfen (sonst wird die Suppe trüb), das Huhn sollte immer mit Wasser bedeckt sein.
  • Danach Huhn entnehmen und etwas abkühlen lassen, die Brühe durch ein Sieb in einen anderen Topf geben, das Gemüse entfernen (es hat durch das lange Kochen seinen Geschmack abgegeben) und evtl. die Brühe durch Abschöpfen entfetten.
  • Fleisch von den Knochen ablesen und gleich in mundgerechte Stücke schneiden, es kann sein, dass bei alten Hühnern die Haut sehr schlabbrig ist – Kinder lieben das nicht, aber Hunde …
  • Dann Reis oder Nudeln sowie das saisonale Gemüse separat – wegen der unterschiedlichen Garzeiten – in der Brühe kochen, bis alle Zutaten bissfest („al dente“) sind. Zum Schluss das Fleisch hinzufügen, abschmecken – vermutlich muss nachgewürzt werden –  und mit frisch gehackter Petersilie oder Schnittlauch bestreuen.

Euer Ulrich

Bildnachweis
Hühnerbeine roh
Angelika Heine Stock-Fotografie-ID:1271098990 (istock.com)

Hühnersuppe
photovs Stock-Fotografie-ID:1136294200 (istock.com)

15. Kulinarisch-Historische Mühlenwanderung von SLOW FOOD Rheingau am Sonntag, 08. November 2020

ACHTUNG: SCHON AUSGEBUCHT!

Zum 15. Mal bietet SLOW FOOD Rheingau die Kulinarisch-Historische Mühlenwanderung entlang des Elsterbachs an. Zweimal im Jahr – immer Frühjahr & Herbst – können Gäste an der genüsslichen Tour teilnehmen. Die diesjährige Herbsttour findet am Sonntag, den 08. November, statt und bietet den Teilnehmern nicht nur Einblicke in das Leben der Mühlenbesitzer, sondern stellt auch ganz nebenbei regionale Erzeuger und deren Produkte vor. So „erwandert“ sich der Besucher Philosophie und Ziele von SLOW FOOD… in Kombination mit praktischen Verkostungen, die auch gleich vor Ort mit der Leiterin des Conviviums Wiesbaden/Rheingau, Marion Thomas-Nüssler, vertieft werden können.

Das Motto der Herbsttour lautet „Feuer & Rauch – Geschmacksturbos“ und ist wie immer der geschmackliche Räucher-Faden des Programms! Zum Aufwärmen serviert Birgit Hüttner in der Ankermühle am Steinbackofen frisch gebackenes Brot mit einem Dip vom köstlichen Räucheraal aus der Wisper, passend kredenzt mit einem klassischen Rheingauer Rieslingsekt brut. Noch mit dezentem Räuchergeschmack auf der Zunge kann es dann losgehen und die Gruppe passiert die alte Klause auf dem Weg zur zweiten Mühle, der Schamari-Mühle in Johannisberg. Im hinter dem Haus versteckten Garten begrüßt uns der Besitzer Dr. Peter Reck mit zwei Weinen der Mühle an der großen Feuerschale. Als kulinarische Begleitung darf jeder eine Wildschweinbratwust aus der eigenen Jagd über dem Feuer drehen. Nun auch schon äußerlich etwas geräuchert, führt der Weg wieder bergauf in die Weinberge am ehemaligen Kloster Johannisberg weit ins Tal Richtung Ostermühle. Karl Daniel lädt zur Verkostung seiner Weine ein und erklärt, neben der Historie zur Mühle, wie der Rauchgeschmack in die Barriques hineinkommt – und somit auch in den Wein. In Ergänzung gibt´s gegrillten Butternusskürbis mit Kräuter-Dip. Ein weiteres Mal führt der Weg wieder aus dem Tal nach oben, wo der weite Blick zum Rochusberg in Rheinhessen und zum Kloster St. Hildegard die Mühen belohnt. Wieder hinab geht es zur Weihermühle, wo Herr Behrends, der Pächter des Gutsausschanks, uns mit 2 Weinen von Slow Wine Winzern empfängt. Neben Historie zur Mühle und einer kleinen Stärkung stellt er uns noch ein kleines SLOW WINE Projekt vor. Nächste Station ist nach 3 km Wanderung die Elstermühle, heute ein Obstbaubetrieb. Was Olaf Fischer alles aus seinem Obst destilliert ist wirklich erschmeckenswert. Zum geschmeidigen Mousse von der geräucherten Wisperlachsforelle gibt´s verbal Handfestes von Olaf – und Schnaps natürlich. Als letzte Station besuchen wir das Weingut Johannishof, welches zweierlei Riesling kredenzt. Beide kommen in Begleitung von geräuchertem Käse vom Rheingauer Käseaffineur, harmonisch ergänzt von Quitten-Latwerge. Danach klingt die ca. 8 km lange Tour bei der Ankermühle an der wärmenden Feuerschale aus, die mit Wingertsknorzen angefeuert wird. Und wer dann nochmal über die Tour nachsinnen will… gerne bei einem Gläschen Riesling gepaart mit Räuchergeschmack. Wo der wohl herkommt?

Start der Veranstaltung am 08.11.2020 ist um 12.00 Uhr bei der Ankermühle in Winkel. Hier endet die Wanderung gegen 17.30 Uhr.

Die Teilnahmegebühr für die Wanderung beträgt 46 € inklusive Getränke und Kostproben. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich unter rheingau@slowfood.de ACHTUNG: SCHON AUSGEBUCHT

Auf Grund der aktuellen Situation finden fast alle Programmpunkte im Freien statt.

Bei einigen Stationen werden Innen- und Außenplätze angeboten, so dass die Teilnehmer selbst darüber entscheiden können, ob sie in die Räumlichkeiten gehen möchten.

Die Plätze im Innenraum werden unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln bereitgestellt. An allen Stationen stellen wir Hand-Desinfektionsmittel bereit

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Zeitplan

12.00 Uhr Start Ankermühle:
12.15 Uhr weiter zur Schamarimühle
12.45 Uhr Ankunft Schamarimühle
13.15 Uhr über Kloster Johannisberg zur Ostermühle
13.45 Uhr Ankunft Ostermühle
14.15 Uhr weiter zur Weihermühle:
14.30 Uhr Ankunft Weihermühle
15.00 Uhr weiter zur Elstermühle
15.30 Uhr Ankunft Elstermühle
16.00 Uhr weiter zum Weingut Johannishof
16.15 Uhr Ankunft Weingut Johannishof
16.45 Uhr Weiter zur Ankermühle 17.15 Uhr Ankunft Ankermühle: Lagerfeuer 

Bildnachweis: Julia Image
Stock-Fotografie-ID:1253271153

Reise nach Oltrepo Pavese 2020 verschoben auf 2021

Die diesjährige Reise zu unseren italienischen Freunden nach Oltrepo Pavese im Oktober wurde in Absprache mit unseren Freunden auf den 23.Okt. – 27.Okt. 2021 verschoben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Reiseteilnehmern für ihr Verständnis und freuen uns auf das kommende  Jahr. Alle Teilnehmer haben signalisiert im nächsten Jahr dabei zu sein.

Wir wünschen  eine gesunde und genussvolle Zeit.

Eure Marion Thomas-Nüssler und Ulrich Steger

Roncarati: neuer Stand auf dem Wochenmarkt

Liebe SlowFoodies,

wer von uns schlendert nicht gerne über den Wiesbadener Wochenmarkt?!

Frische Produkte direkt vom Erzeuger lohnen den Besuch, mal ganz abgesehen von der schönen Atmosphäre – selbst in diesen Zeiten.

Heute möchten wir auf einen kleinen Stand aufmerksam machen, den ihr vielleicht noch nicht so im Blick hattet und der eine genauere „Inspektion“ wert ist.

Der Standbetreiber, Mauro Roncarati, unser neues Mitglied im Convivium, wohnt in Eltville, stammt aber aus Alba in der Langhe, Piemont, was quasi in direkter Nachbarschaft des Städtchens Bra liegt, in der die Slow Food Bewegung ihren Ursprung hat. So ist ihm natürlich auch die Osteria Boccondivino bestens geläufig, das erste Slow Food Restaurant. Da muss man also nicht viel erklären….

Nach 30 Jahren in der Modebrache hat er sich nun seinen Traum von der Selbständigkeit erfüllt und präsentiert auf seinem kleinen Stand (unterhalb der Treppe zum Lumen) sorgfältig ausgewählte italienische Lebensmittel. Sein Sortiment umfasst u.a. Salami, Pasta, Sugos, Pestos, Trüffel, etc. Also alles, was man für ein gemütliches italienisches Essen benötigt. NEU daran ist, dass er über uns auch mit unseren geliebten Produzenten aus Oltrepo Pavese Kontakt aufgenommen und jetzt bereits Bio-Spezialitäten der Firma Malbosca im Sortiment hat. Dies soll aber noch ausgeweitet werden.

Wir möchten euch also ans Herz legen, dort vorbei zu schauen, denn so viel Leidenschaft muss man unterstützen. Gerne lässt er sich auch in eine Schwatz über seine Produkte verwickeln… wobei wir wieder bei der herrlichen Marktatmosphäre wären.

Viva la cucina italiana

Eure Marion Thomas-Nüssler

Vinothek Weingut Laquai

Liebe SlowFoodies,

heute möchten wir gerne auf die Aktivitäten eines in unserem Slow Food Genussführer aufgeführten Betriebes aus dem Rheingau aufmerksam machen.

Das Weingut Laquai aus Lorch hat jüngst in der Mauergasse in Wiesbaden, nach einer aufwändigen Restaurierung, eine Vinothek mit kleinem Speisenangebot eröffnet. Dies ist zu begrüßen, da damit der zunehmenden Profanisierung und dem austauschbaren städtischen Einerlei an Angeboten entgegengewirkt wird. Zudem fällt die Eröffnung in eine Zeit, in der unternehmerischer Mut unbedingt unterstützt werden muss.

Gerne möchten wir alle ermuntern, diese kleine Vinothek mit zusätzlich einigen Plätzen im Außenbereich, zu besuchen. Es werden auch kleine Speisen geboten, z.B. Handkäse Tatar mit Laquai Riesling, Äpfel und Zwiebeln oder Ziegenkäse, Rote Beete Apfel, Relish und Spätburgunder Feige, jeweils auf NOglla Chia Brot (von der Wiesbadener Manufaktur NOglla – alle Produkte ohne Gluten und Laktose).

Schaut doch mal vorbei und vergnügt Euch bei einem Gläschen Laquai Riesling – alternativ beim Original, der Weinwirtschaft Laquai in Lorch 😉

Genussvolle Grüße

Eure Marion Thomas-Nüssler

Slow Food Deutschland trauert um seine Vorsitzende Dr. Ursula Hudson

13.07.2020 – Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland und Vorstandsmitglied von Slow Food International, ist am vergangenen Freitag nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Als Vorstandsvorsitzende seit 2012 trug sie maßgeblich dazu bei, Slow Food eine relevante Stimme und politische Ausrichtung zu verleihen und eine gerechtere, bessere und somit zukunftsfähige Ernährungswelt voranzutreiben. Bis zuletzt war sie für den Verein aktiv und hat seine Geschicke gelenkt.

Als promovierte Kulturwissenschaftlerin setzte sich Ursula Hudson seit jeher mit dem Thema Essen, dessen Geschichte und Kultur auseinander. Sie tat dies u.a. während verschiedener Lehrtätigkeiten an Universitäten in Deutschland und England, als Autorin sowie als Vorstandsmitglied von Slow Food Deutschland seit 2010. In ihrer Rolle als Vorsitzende verlieh die 62-jährige gemeinsam mit ihren Vorstandskolleg*innen der Slow-Food-Bewegung eine wachsende Stärke, eine klare politische Haltung sowie eine zunehmende Ausrichtung auf ganzheitliche Lebensmittelqualität und Ernährungsbildung.

Zu ihrem Tun motivierten sie ihr Wunsch und Bestreben, „die (Ernährungs-)Welt ein klein wenig besser zu machen“. Und das hat sie. Ihr scharfer Intellekt, ihr kritischer Geist waren dabei stets gepaart mit emotionaler Wärme, Witz, Charme und wertschätzender Akzeptanz ihres Gegenübers. Angetrieben hat sie die eigene Erfahrung, dass gute, saubere und faire Lebensmittel nicht nur umfassend Freude bereiten, sondern die wahren Beziehungsstifter sind; sie setzen uns in Kontakt – mit uns selbst, mit anderen, der Umwelt, dem Klima, den Tieren und Pflanzen, der (Kultur-)Landschaft, dem Ökonomischen. Slow Food als Bewegung war für sie eine beziehungsstiftende und -bejahende Lebenshaltung, die nachhaltig verändert.

Mit ihren Denkanstößen prägte Hudson nicht nur die Ausrichtung der Slow-Food-Bewegung in Deutschland, sondern auch die weltweite Organisation. Sie machte sie zu einem gefragten Bündnispartner und vergaß dabei nie diejenigen, die ihr besonders wichtig waren: All die Menschen, die gute, saubere und faire Lebensmittel erzeugen, weiterverarbeiten, uns zur Verfügung stellen. Hudsons Credo: Nur gemeinsam können wir etwas bewegen und verändern. Als gefragte Referentin und Diskussionsteilnehmerin wurde sie zum Gesicht von Slow Food.

Slow Food Deutschland und Slow Food International trauern um ihre Vorsitzende und Kollegin, Vorgesetzte und Freundin. Ursula Hudson entwickelte engagiert Ideen für die Zukunft unserer Ernährungswelt und damit für die Zukunft unseres Miteinanders sowie für die Slow-Food-Bewegung. Diese ohne sie weiterzuentwickeln und umzusetzen stimmt traurig. Ursula Hudson wird Slow Food als Mensch und Visionärin fehlen. Der Vorstand und die Geschäftsstelle sind tief betroffen und in Gedanken bei der Familie und engsten Freund*innen.

Kondolenzbuch für Ursula Hudson

Persönliche Reisenotizen – Südtirol

Tag 4 Andra tutto bene…

Ja, eigentlich sollte es ein Wandertag werden, aber das Wetter spielte abermals nicht mit.

Was macht man/frau in Südtirol, wenn schon alle Programmpunkte erledigt sind? Es wird was Leckeres besorgt und in der eigenen Stube gekocht.

Am liebsten esse ich die hausgemachte Pasta von der Manufaktur 1477 RH in Lana (welcome@1477rh.shop).

Ich kaufe sie gerne in dem sommerlich hell erleuchteten Laden ein. Neben den selbstgemachten Produkten wie Sirupe oder Schokoladenaufstriche stehen dort auch einige Tische, an denen man Limonade oder einen Kaffee trinken kann. Der Raum  erinnert eher an einen Eissalon, als an eine Manufaktur. Das Herzstück ist die Werkstatt, abgetrennt durch eine Glasscheibe, die zur Zubereitung von frischer Pasta, Knödeln und wunderbaren kleinen, süßen „Schweinereien“ dient.

Einige handgemachte Produkte aus der Manufaktur können dann auch gleich um die Ecke im Restaurant Reichhalter gemütlich auf der Terrasse oder in dem ehrwürdigen Gebäude verspeist werden (www.1477reichhalter.com)  

Nun liegt die Pasta im Einkaufskorb – jetzt fehlt nur noch der Käse dazu.

Auf dem Weg zum Käseladen führt mich mein Weg, wie sollte es auch anders sein, an der Vinothek „Bacchus“ vorbei, die natürlich immer, egal wie das Wetter ist, auf ein Gläschen Wein einlädt. Michaela macht schmackhafte kleine „Snacks“ zum Wein. Sie hat auch immer einige offene Weine parat, wie z.B einen Falanghina aus Kampanien, die probiert sein wollen.

Im Käseladen, der von der Käserei Castelfondo geführt wird, kaufe ich den „El Castelfossa“. Der Käse wird in Leinentüchern eingewickelt und in einer mit Stroh ausgestatteten Kalksteingrube gelagert. Nach 3 Monaten wird die Kalksteingrube geöffnet und der Käse zum Trocken herausgeholt. Er schmeckt sehr kräftig, fast schon ein wenig bitzelig auf der Zunge und passt hervorragend zum Wein.

So, jetzt hoffe ich, dass ich Euch den Mund so richtig wässrig gemacht und dieses wunderbare Stückchen Land näher gebracht habe.

Macht Euch auf die Reise, genießt die herrliche Landschaft und die wunderbaren Produkte dieses Landes. Keine Angst vor Corona, sofern alle landesspezifischen Corona Schutzmaßnahmen beherzigt sind.

Bis denne und bis zur nächsten Reise nach Südtirol.

Eure Marion

Persönliche Reisenotizen – Südtirol

Tag 3 – Tutto bene!

Hallo liebe SlowFoodies, liebe Freunde,

ab heute gilt im Freien keine Maskenpflicht mehr, sofern 1 m Abstand zur nächsten Person eingehalten wird. Was für eine Freude! In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Maskenpflicht jedoch noch.

Also, wie gesagt, Tag 3 ein reiner Vinothekentag.
Zunächst ein Besuch in der Kellerei Tramin (www.cantinatramin.it)

Alleine das Gebäude ist eine architektonische Schönheit. Passt sich super der Weingegend an. Innen hat man das Gefühl in einer Weintraube zu sein. Das allein schon muss man sich ansehen. Kaufen sollte man den Moritz, ein Weißburgunder, zudem ein Lieblingswein von mir, aber auch der Nussbaumer Gewürztraminer ist ein Kracher. Wenn man dort ist sollte man sich auf jeden Fall mit einem Glas nach draußen begeben und in der Sonne an einem Fass das herrliche Getränk genießen.

Zweite Station bei strömenden Regen, die Kellerei Terlan (www.cantina-terlano.com). Hier gehe ich nicht weg ohne einen Selektion Terlaner Cuvee gekauft zu haben. 2018 erhielt Terlan die SlowFood Schnecke.

Dritte Station ist die Kellerei Nals (www.kellerei.it). Hier fühle ich mich fast wie zuhause, da ich schon so lange hier hingehe. Früher konnte man dort gemütlich sitzen und den Wein genieße, es kamen die Winzer der Gegend vorbei um, wie man hier sagt, zu ratschten, was aber nach dem Umbau leider nicht mehr möglich ist. Dafür ist die Architektur hervorragend gelungen und wie so viele Kellereien in Südtirol, ein bauliches Juwel. Hier steht unteranderem meist Alex immer professionell und außerordentlich geübt den Gästen und Kunden Rede und Antwort. Ich kaufe oft den Weißburgunder Berg, aber auch den Vernatsch Rieser.

Danach geht es mit voll beladendem Auto ins Feriendomizil zurück und es folgt leider das lästige entladen all der wunderbaren Kisten.

Tag 4 wird ein Wandertag, denn wer hätte dies noch gedacht, das Wetter hier soll besser werden. Also bis denne und liebe Grüße eure Marion