Weingut Wohlfahrt-Franke

Weingut Wohlfahrt-Franke

65366 Geisenheim. Winkeler Str. 47

0151-2879 89 86 und 0172-3713925

Internet: www.wohlfahrt-franke.de

email:
weingut@wohlfahrt-franke.de

„Die Welt wird schnelllebiger,…… trinkt langsamer!“

Weingut

In Geisenheim haben wir ein in vielen Belangen anderes Weingut entdeckt. Das kleine Weingut, welches im Nebenerwerb von Yvette Wohlfahrt (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Geisenheim am Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau) und Florian Franke (Kellermeister im Domänenweingut Schloss Schönborn) betrieben wird, gibt es schon seit 2013. Sie stellen sich auf Ihrer Website als „durchgeknalltes Oenologen-Pärchen“ vor. In der Tat sind die Gestaltung der Flaschenetiketten, der Internetauftritt, die Präsentation der Weine durch das Paar selbst und nicht zuletzt die Persönlichkeit der beiden Protagonisten ein „Hingucker“. Wir erlebten einen leidenschaftlichen „Auftritt“ bei einer Weinprobe in ihrem Wohnzimmer.

Beide haben weder eine weinbauliche Familientradition vorzuweisen noch stammen sie aus dem Rheingau. Und doch verstehen sie diese Region und das Potenzial der Rebsorten auf besondere Weise. Sie lassen sich nicht nur im Weinberg und Keller sondern auch mit der Ausweitung des Mini-Weinguts viel Zeit.

Die in der Lage Winkeler Hasensprung angesiedelten Weinbergsflächen (0,47 ha) sind ausschließlich mit Riesling bestockt. Seit 2018 bewirtschaften sie zusätzlich eine kleine Spätburgunder-Parzelle (0,13 ha) im Rüdesheimer Klosterberg. Weiteres ist geplant, aber so, dass es noch gut im Nebenerwerb und mit der geforderten Sorgfalt zu bewerkstelligen ist. Bislang kommen die in kleinen Stückzahlen produzierten Weine nur in handverlesenen Weinhandlungen sowie bei einem kleinen Kundenkreis zum Verkauf.

Weinan-/ -ausbau

Die kleinen Weinbergsparzellen, teilweise nur aus wenigen Reihen bestehend, werden seit 2016 bewirtschaftet und sollen zukünftig auf eine ökologische Bearbeitung umgestellt werden. Dazu gehören bereits eine mechanische Bodenbearbeitung, der Verzicht auf Herbizide, die Einsaat einer vielfältigen Begrünung sowie eine sorgfältige Laubarbeit. Unverzichtbare Maschinenarbeiten erbringt ein zuverlässiger Dienstleister. Die selektive Lese der vollreifen Trauben in Eimern wird ausschließlich per Hand mit Hilfe von Freunden und auch Kunden durchgeführt.
Eine schonende Traubenverarbeitung, lange Maischestandzeiten und ein sehr langsamer Gärprozess sorgen für den Erhalt von ausgeprägten Rieslingaromen. Im Regelfall wird Reinzuchthefe zugesetzt. Die Rieslinge für den „Herzbube“ sowie die „Herzdame“ werden größtenteils in Holzfässern (225-500 l) ausgebaut und teilweise im Edelstahl vergoren. Die Weine werden bis zu einem Jahr auf der Feinhefe belassen und noch mindestens ein weiteres Jahr auf der Flasche gelagert, bevor sie in den Verkauf kommen.
Ebenso im Programm ist die klassische Flaschengärung namens „Monsieur“, ein Riesling Sekt, dessen Grundwein im Holzfass gelagert und nach der Füllung 2,5 Jahre auf der Hefe reift bevor er degorgiert wird.
Neu seit 2017 ist der „Orange Utan“, ein für einen Monat auf der Maische vergorener Riesling, der anschließend im Holzfass ausgebaut wird.
Ebenso 2017 neu kreiert wurde die „Trübe Trulla ein spontan vergorener und naturtrüb belassener Riesling ohne längere Reifezeit.
Die seit 2018 übernommene Parzelle Spätburgunder im Klosterberg soll als Gegenstück zum „Monsieur“, die „Madame“, einen Rose Sekt nach klassischer Flaschengärung, sowie einen traditionell im Holzfass ausgebauten Spätburgunder hervorbringen. Nicht nur auf dessen Namen darf man gespannt sein.

Testergebnis

Die klassische Flaschengärung „Monsieur“ (extra brut), welche bei der Sektkellerei Bardong ausgebaut wird, stammt aus Grundweinen der Jahrgänge 2013/14 und lag 2,5 Jahre auf der Hefe. Die Flaschengärung zeigt ein fruchtiges Bukett der Riesling-Traube mit sehr feinem Mousseaux und markanten, gelben Fruchtaromen.

Die trocken ausgebaute Riesling Spätlese „Herzbube“ aus dem Jahrgang 2014 zeigt sich als dichter, vielschichtiger Wein mit Duft nach Birne und Zitrus. Das ausbalancierte Süsse-Säure-Spiel wird unterstützt durch die Röstaromen des Eichenholzes.

Das Pendant „Herzdame“, die halbtrockene Riesling Spätlese gleichen Jahrgangs, besticht durch eine spielerische Süsse am Gaumen mit intensivem Duft nach gereiften Früchten. Eine angenehme Säure wird umspielt von ausgewogenen Holzaromen, den Duft von Walnuss und Salbeinoten.

Nur jeweils 400 handnummerierte Flaschen werden von den Weinen aufgelegt.

Der Folgejahrgang 2015 des „Herzbube“ wurde ebenfalls im Holzfass nach oben beschriebenen Kriterien ausgebaut und lässt die Fruchtreife des Vorgängers erahnen. Die Fassproben des noch zurückhaltenden 2017er Jahrgangs zeigen bereits filigrane Fruchtaromen.

Die Leidenschaft für Wein und das sehr unkonventionelle Auftreten von Yvette Wohlfahrt und Florian Franke spiegeln sich in der Präsentation des Weingutes sowie im Weinstil wider. Wir haben ein Weingut entdeckt, das sicherlich nicht den Geschmackstyp aller Weinfreunde befriedigen kann und will. Im Sinne von SlowWine sind es aber auf jedem Fall Weine, die „GUT, SAUBER und FAIR“ produziert werden.

Auf die weitere Entwicklung dieses Weingutes sind wir sehr gespannt.