Mohr

Weingut Mohr – Inh. Jochen Neher

 

65391 Lorch – Rheinstraße 21

Tel.: 06726/9484

Internet: www.weingut-mohr.de

e-mail: info@weingut-mohr.de

 

„In natürlicher Harmonie mit der Umwelt entstehen hier ökologische und vegane Weine“

 

Weingut

Auf eine lange Tradition kann das 1875 gegründete Weingut, das mittlerweile in vierter Generation von Jochen Neher und seiner Frau Saymur Sonkaya-Neher in Lorch geführt wird, zurückblicken.
Der seit 2011 biozertifizierte Betrieb, der ab dem Jahr 2014 Mitglied bei ECOVIN ist, baut auf 6,5 ha (ein Drittel auf Steillagen) zu 75 % Riesling in den Lorcher Lagen Krone, Bodental-Steinberg und Schlossberg in den (weingutseigenen) Qualitätsstufen „Klassiker“, „Edition“, „Premium“ und „Solisten“ an.
Ergänzt wird das Rebsortenspektrum um Weißburgunder (10 %), Spätburgunder (10 %) sowie in kleinen Mengen Muskateller, Silvaner und Scheurebe. Letztere dienen auch zur Herstellung von Cuvees
Ein besonderes Merkmal ist die Kultivierung von 50-60 Jahre alten Rebstöcken. Das Weingut ist im Besitz des ältesten Weinbergs im Rheingau, der 1934 angepflanzt wurde.

Weinan-/ -ausbau

Die Mitgliedschaft des Weingutes bei ECOVIN bedingt die ganze Bandbreite der ökologischen Weinherstellung über die gesamte Produktionskette. wie die Nutzung natürlicher Ressourcen, den Einsatz von natürlichen Stärkungsmitteln, die Biotopvielfalt, den Verzicht auf chemisch-synthetische Substanzen und die konsequente Reduktion des Energieverbrauches.
Die Weinlese erfolgt zu 100 % per Hand im Büttensystem. In allen Phasen werden Trauben und Most schonend behandelt. Die Mostvorklärung erfolgt durch Sedimentation und Bentonit, ggf. Schönung mit Kohle und Erbsenprotein. Herr Neher lässt die Weine teilweise spontan vergären bzw. setzt auf eine Kombination aus Spontanvergärung und Reinzuchthefe. Ein sog. Orange-Wein liegt vier Wochen auf der Hefe.
Weitere Maßnahmen, wie die regelmäßige Battonage, die Filtration über Cellulosefasern und Schichtenfilter soll zum Weinstil des Weingutes, der mit filigran, mineralisch und gradlinig beschrieben wird, beitragen.

Testergebnis

Bereits die Einstiegsweine („Klassiker“) zeigen das vom Weingut angestrebte Geschmacksbild. Mitverantwortlich hierfür dürfte hier das Cuvee aus spotanvergorenen (20-30 %) und mit aus Reinzuchthefen ausgebauten Weinen sein.
Die „Alten Reben“ („Edition“), die aus über 55-jährigen Rebstöcken gelesen wird, zeigen eine feingliedrige Frucht und Würze mit stabilisierender Mineralität.
Das Verfahren der Kaltmazeration und Spontanvergärung wendet Herr Neher bei dem Lesegut aus der Lage Krone an. Das Ergebnis sind mineralische Schiefernoten und feingliedrige Fruchtaromen; das Ganze in einer kleinen Auflage von 500-600 Flaschen.
Die Spätburgunder-Rotweine vom Assmannshäuser Höllenberg und vom Lorcher Bodental-Steinberg haben Rückgrat und Frucht und zeigen das typische Geschmacksbild für diese Lagen.
Wir sehen den qualititativen Schwerpunkt des Weingutes ganz klar in der Präsentation von Rieslingweinen in den unterschiedlichen Qualitätsstufen, deren Geschmacksbild vor allem mit sinkenden ha-Erträgen und höherem bzw. ausschließlich spontanvergorenem Mostanteil sehr ansprechend ausgefallen ist.

Gut gefallen hat uns, daß das Weingut in seiner ganzen Produktionskette sehr Slow Wine-affin arbeitet. Hier wird der handwerkliche Ausbau gepflegt, bei dem man mit „sanften“ Methoden dem Wein Zeit für die Reifung lässt.
Herr Neher produziert Weine mit eigener Identität und ist offen für Innovationen (interessante Cuvees, Orange-Wein)
Die Weine zeigen eine gute Geschmacksqualität und werden von einem sehr engagierten Winzer unter ökologischen Bedingungen bei gleichzeitigem Ressourcenschutz (u.a. Flaschen- und Kartonrücknahme) hergestellt.