Crass

Weingut Crass

 

65346 Erbach. Taunusstraße 2

Tel.: 06123 / 676878

Internet: www.weingut-crass.de

e-mail: info@weingut-crass.de

 

„In meinem Weingut will ich Tradition und Fortschritt vereinen“

 

Weingut

Entdeckt haben dieses Weingutes schon andere, wie die Preisliste mit den Vermerken „ausverkauft“ zeigt. Seit 2014 hat Herr Crass, der sein Fachwissen in verschiedenen, renommierten Weingütern im Rheingau erwarb, von seinem Vater das Traditionsweingut (seit 1630) übernommen. Dem Weingut, dessen „klare Weinstilrichtung“ sich auch in der geschmackvoll gestalteten, neuen Vinothek widerspiegelt, ist ein Gutsausschank in zentraler Lage in Erbach angegliedert.
Ausgehend von 5,5 ha ist das Weingut auf 7,8 ha Rebfläche zwischen Erbach und Oestrich angewachsen. Der größte Teil ist mit Riesling und Spätburgunder bestockt. Doch auch Grau- und Frühburgunder, Merlot, sowie Sauvignon Blanc und Gelber Muskateller werden angebaut.

Weinan-/ -ausbau

Die Weinberge werden nach den Maßstäben des umweltschonenden Weinbaus bewirtschaftet. Dabei sind die bodenschonende Bearbeitung der Flächen, eine naturnahe Begrünung. Der Einsatz von pflanzenstärkenden Mitteln sowie ein zeitgerechtes Entblättern der Traubenzonen, sowie frühe Reduzierung der Erntemengen qualitätsbildend. Handlese mit Negativselektionen sind weitgehend obligatorisch und werden in den ertragsmindernd geführten Lagen (u.a. die Lage Siegelsberg) auch mehrfach durchgeführt.
In dem Segment Premiumweine werden die Weine teilweise bzw. vollständig im kleinen 600-Liter Holzfass ausgebaut. Das neunmonatige Hefelager verleiht dem Wein Lagerpotenzial. Zur Erhaltung der Aromastoffe schwört Herr Crass reduktive Mostbehandlung und statt Schwefel auf den Einsatz von (unbedenklichen) Schutzgasen.
Rund 65 % der Ernte werden direkt an Endverbraucher in der Vinothek verkauft oder nach Hause geliefert. Der Rest wird in der Gutsschänke ausgeschenkt oder an Restaurants verkauft.

Testergebnis

Aus der Vielzahl des degustierten Weine möchten wir einige Weine hervorheben, die dem Geschmackstyp der slowwine-affinen Weinherstellung besonders nahe kommen.
Der 2016er Erbacher Riesling trocken, der sich – sicherlich auch bedingt durch den biologischen Säureabbau- als klarer und frischer Weintyp (Cuvee aus den Lagen Siegelsberg, Michelmark und Honigberg) darstellt.
Das Geschmacksbild eines im April 2017 abgefüllten Riesling trocken aus der Lage Steinmorgen, der mehrere Lesestufen sowie längere Maischestandzeiten durchlaufen hat hat, ist erkennbar durch durch den Einsatz der Spontanvergärung geprägt. Ein eigenständiger Rieslingtyp, der sich als einer der Favoriten der Weinkommission herausstellte.
Auch wenn aufgrund der Jugendlichkeit noch eine abschließende Einbindung der Gelbfrucht-Aromen fehlt, lässt der im 600 Liter Holzfass, ausgebaute Riesling 2016 aus der Lage Siegelsberg Alte Reben sein großes (Reife-)Potenzial erkennen.
Die Weine aus den Rebsorten Sauvignon Blanc, der Grauburgunder und der Gelbe Muskateller bilden die sortentypischen Aromen nie aufdringlich ab. Der biologische Säureabbau „entschärft“ hier sicherlich überbordende bis parfümierte Aromatik.
Eine bemerkenswerte Spezialität ist ein im kleinen Holzfass nach langem Hefelager ausgebauter 2016er Sauvignon Blanc vom Hallgartener Hendelberg, der leichte pfeffrige Noten und Paprikatöne zeigt.
Auch die beiden Spätburgunder, die als Orts- und Lagenweine ausgebaut werden, zeigen eine wunderbare , nie spitze, Fruchtaromatik mit ansprechendem Tanninrückrat.
Da der – sicherlich auch vielversprechende – Frühburgunder zum Zeitpunkt unseres Besuches ausverkauft war, haben wir ihn für zukünftige Probe bereits vorgemerkt.

Das Weingut hat seit der Übernahme durch Herrn Crass jun. sehr schnell mit seinen schlanken und gradlinigen Weinen einen eigenen Stil gefunden.
Herr Crass zeigt auch eine wünschenswerte Experimentierfreude, indem er für bestimmtes hochwertiges Lesegut auch Spontanvergärung „einsetzt“. Die teilweise im kleinen Holzfass ausgebauten Weine werden in relativ kleinen Stückzahlen aufgelegt.
Die Anwendung von modernen technischen Verfahren einerseits, andererseits die behutsamen und traditionellen Methoden der Weinbereitung, spiegeln wesentliche Merkmale des slowwine-affinen Weinbaus wider.